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Titelbeschreibung
Drollige Thierbilder und Reime aus der Fabel. Ein Insel-Bilderbuch.
Insel Vlg., 1979. 29 S.; Illustr. Fadengehefteter Originalpappband.
Gebraucht, aber sehr gut erhalten. - Neudruck der 1850 erschienenen Ausgabe nach dem Exemplar aus der Sammlung Heiner Vogel / Mit einem Nachwort von Heiner Vogel. - Die literarische Vermenschlichung von Tieren hat eine lange Tradition. Sie tritt vornehmlich in der Tierfabel auf, in der das Tier zum Träger menschlicher Verhaltensweisen erhoben wird. Dieser "Kunstgriff" erleichtert es dem Fabeldichter, der ja Moralist ist, seinen Lesern den Spiegel der Kritik vorzuhalten, wobei ihm, wie Lessing bemerkt, die allgemeine Bekanntheit der Tiercharaktere zustatten kommt. Es liegt auf der Hand, daß sich diese zugleich erzieherische und unterhaltende Literatur im Gewand der Fabel besonders für ein jugendliches Publikum eignet. So erleben denn die Kinder in den kurzweiligen Fabeln und Tiermärchen die Tierwelt in poetisch überhöhter Form, sachlich unterrichten sie sich über das Tier- und Pflanzenreich in den eigens für die Jugend verfaßten "Naturgeschichten". Als ein ungemein reizvolles Kapitel innerhalb der Geschichte des Kinderbuches ist die zeichnerische Umsetzung von Tierfabel und Tiermärchen in der Buchillustration anzusehen, bei der sich zwei Entwicklungslinien unterscheiden lassen. Der ersten sind all jene Künstler zuzuordnen, die das redende und handelnde Tier in seinem natürlichen Erscheinungsbild und ohne äußerliche Zugaben darstellen. Dies hat bereits ein unbekannter Formschneider getan, dem wir die meisterlichen Holzschnitte zu den um 1476 bei Johann Zainer in Ulm erschienenen "Fabeln des Äsop" verdanken. Virgil Solis (1514-1562) verzichtete ebenfalls auf Vermenschlichung seiner Fabelillustrationen wie späterhin die zeichnerischen Interpreten der Fabeln von Jean de La Fontaine, unter denen besonders der in der Folgezeit oftmals kopierte Jean Baptiste Oudry (1686-1755) hervorzuheben ist. Mit dem Titel "Esopi Leben und auserlesene Fabeln... Alles nach dem Begriff der lieben Jugend eingerichtet" erschien 1723 in Nürnberg ein weiteres interessantes, mit 120 Kupferstichen von Hermann Siegmund Hack reich bebildertes Fabelbuch des Barocks, das überdies zu den frühesten Kinderbüchern zählt. Da das Tier bei allen diesen Künstlern in seiner natürlichen Umgebung und in typisch tierhaften Bewegungsmomenten erfaßt und wiedergegeben wird, geht der anthropomorphe Bezug der Fabel einzig und allein aus dem Text hervor. Genaugenommen sind diese Tierdarstellungen nur eine Spielart der Tiermalerei oder Tiergraphik, wie wir sie etwa von Johann Elias Ridinger (1698-1767) her kennen, der übrigens auch zu einem Kinderbuch, den "Lehrreichen Fabeln... zur Verbesserung der Sitten und zumal zum Unterrichte der Jugend" (1744), die Kupferstiche beigesteuert hat. Ganz in der Nachfolge dieser naturgetreuen Auffassung stehen Anton Sturms "Kleiner Äsop" (1825) und die bekannten Fabeln von Wilhelm Hey (1833 und 1837), die ihren Ruhm wesentlich dem Illustrator Otto Speckter (1807-1871) verdanken. Die zahlreichen Nachahmungen des Hey/Speckterschen Bucherfolges wiederum, von denen hier nur F. W. Lindners "Fabeln und Bilder für gute Kinder" (1837) und C. G. Holzmüllers "Neues Fabelbuch" (1842) stehen sollen, schließen sich ebenfalls der reinen Tierzeichnung im Stile Speckters an. Die zweite große Gruppe nun, um die es uns hier im besonderen geht, bilden die Darstellungen menschlich gekleideter und mit Attributen menschlicher Tätigkeit ausgestatteter Tiere. Von Pädagogen und Ästheten oftmals befehdet, doch ungeachtet dessen bei Jung und Alt beliebt, reichen die Anfänge dieser Art von Tierillustration relativ weit zurück. (Nachwort).
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